wahrbiträr - wahrheit&willkür

Gefährliche Unschärfe bei den Grünen Teil 2

An dieser Stelle greife ich die Aussage von Simone Peter wieder auf und zeige, warum ich sie für gefährlich halte. Ihre Aussage lautete:
„Wir dürfen es aber nicht zulassen, dass Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sich wieder ausweiten.“

Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind ohne Zweifel ein Übel. Besonders, wenn sie sich in Gewalt manifestieren.

Hier kommt es maßgeblich darauf an, was wir unter den Begriffen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus verstehen. Sehen wir AfD, NPD und Pegida als Inkarnation von beidem? Gehört bereits die Union dazu, nur eben nicht vollständig? Also hat sie einen rassistischen und fremdenfeindlichen Anspruch? Wenn nicht, wo findet der Übergang von Unionspolitik zu Rassismus statt. Stehen lediglich AfD und Pegida für den Rassismus? Ist er nur dort anzutreffen, wo er sich in Gewalt manifestiert? Wenn ja, gibt es noch einen Zwischenraum oder verhält sich der Schritt sprunghaft? Hätten wir dafür einen Begriff? Wird zukünftig jeder, dem die Union nicht weit genug geht rassistisch sein? Oder werden wir ihn dann als „luckisch“, sozusagen als Mittelding, bezeichnen?
Wie auch immer die Begriffsfindung enden mag, ich erwähne das deshalb, weil bei Peters Aussage etwas mitschwingt. Auf der Gegendemonstration „Herz statt Hetze“ am 09.11.15 wurde an der Synagoge von einem Redner gefordert, dass wir dieses Gedankengut unterdrücken müsste. Er erntete tosenden Beifall. Der hiesige Grüne-Landesverband war selbstverständlich mit dabei, haben dazu aufgerufen. Wussten sie, was in den Reden gesagt werden würde? (Leider konnte ich keine genauere Informationen über das Orga-Team herausfinden)
Denn dieses unterdrücken, also nicht das eigene Unterdrücken aus der Vernunft heraus, weil man weiß oder spürt, dass etwas falsch ist, sondern ein äußeres Verbieten, schwingt in Simone Peters Aussage mit. Und da nicht klar ist, was genau sie mit „Rassismus“ meint, kann das alles sein – von, also einschließlich, der Union bis hin zur NPD, Pegida oder AfD. Damit wäre jeder Gedanke, der nicht links oder grün ist, ein falscher, und müsste ausgemerzt werden.
Diese Einstellung wiederum würde eine Opposition, die gesamte Demokratie und ebenso die Errungenschaften der Aufklärung ad absurdum führen, Ein falsches Abbiegen wäre nicht möglich und auch nicht erkennbar, denn es gäbe nur eine Denkrichtung. Doch die Gleichschaltung der Gedanken hatten wir bereits. Und wir wollen nicht zurück.

Zudem würde aus dem Verbot des kritischen Gedankens folgen, dass wir jene ausgrenzen, verleugnen oder gar hassen. Sie würden uns fremd werden. Die Rasse der Andersdenkenden, uns fremd im Geiste. Mentaler Fremdenhass und Rassismus. Also genau das, was wir zu verhindern suchen.

25.11.15 18:38

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